Nachtrag zur Wärmepumpen-Auslegung: Das Arbeitsfenster hat zwei Grenzen
Mein letzter Beitrag zur WP-Auslegung hat eine intensive Fachdiskussion ausgelöst – mit vielen wertvollen Beiträgen von Planern, Praktikern und aus der Wissenschaft. Dafür ein herzliches Dankeschön.
Ich habe einiges mitgenommen und das Diagramm entsprechend überarbeitet.
Der wichtigste Punkt, auf den mehrere von euch zu Recht hingewiesen haben: Neben dem Bivalenzpunkt am kalten Ende gibt es eine zweite, oft übersehene Grenze – den Modulations- bzw. Taktpunkt am warmen Ende.
Das Arbeitsfenster einer Wärmepumpe liegt also zwischen zwei Grenzen:
- Bivalenzpunkt (kalt): Ab hier reicht die WP-Leistung nicht mehr aus, der Heizstab springt ein.
- Taktpunkt (warm): Hier unterschreitet die Heizlast die minimale Modulationsleistung – die WP kann nicht weiter herunterregeln und beginnt zu takten.
Genau das macht Überdimensionierung so teuer: Je größer die Maschine, desto höher ihre Mindestleistung – der Taktpunkt wandert in kältere Bereiche, und ein großer Teil der Heizarbeit landet im Takt- statt im Modulationsbetrieb.
Wichtig zur Einordnung: Das Diagramm ist eine schematische Darstellung bei konstanter Vorlauftemperatur. In der Realität folgt die WP-Kennlinie der Heizkurve und verschiebt sich entsprechend – und wie belastbar die Heizlast überhaupt ist, hängt an der sauberen Erfassung des Gebäudes. Aber als Prinzip zeigt es gut, worauf es bei der Auslegung ankommt.
Genau solche Zusammenhänge – sauberes Gebäudemodell, realistische Heizlast, passende Auslegung – bringen wir bei K&S Energy zusammen. Aber dazu ein andermal mehr.
Was mich interessiert: Wie berücksichtigt ihr die untere Leistungsgrenze in eurer Auslegungspraxis?