Amortisationsrechner für Kellerdecke, Geschossdecke, Fassade, Dach und Fenster · inkl. BAFA-Förderung und dynamischer Energiepreisteuerung · Stand Mai 2026
Herleitung der Einsparquoten, Heizwärmebedarfs-Ansätze und Amortisationsformel
Der Heizwärmebedarf beschreibt, wie viel Energie ein Gebäude je m² Wohnfläche und Jahr zum Heizen benötigt. Er wird nach DIN 18599 bzw. GEG berechnet und hängt primär vom Baujahr und der vorhandenen Dämmqualität ab. Die Ansätze basieren auf dem IWU Typgebäudeatlas (Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt) sowie der dena-Sanierungsstudie und dem Sanierungskostenrechner des BMWK.
| Baualtersklasse | Baujahr | HWB typisch (kWh/m²·a) | U-Wert Außenwand | Charakteristik |
|---|---|---|---|---|
| vor 1919 | Gründerzeit | 260–320 | 1,4–2,0 W/(m²K) | Massivmauerwerk, keine Dämmung, undichte Fenster |
| 1919–1948 | Zwischenkrieg | 240–290 | 1,2–1,8 W/(m²K) | Ziegelbau, geringe Wandstärken, einfache Verglasung |
| 1949–1957 | Wiederaufbau | 230–280 | 1,2–1,7 W/(m²K) | Einfachste Bauweise, Kriegsmaterialien, Holzfenster |
| 1958–1968 | Wirtschaftswunder | 200–250 | 1,0–1,5 W/(m²K) | Erste Fertigteile, Flachdächer, Zweischeibenverglasung |
| 1969–1978 | 1. Ölkrise | 180–230 | 0,9–1,4 W/(m²K) | Vor WSchVO 1977, typischer unsanierter Bestand |
| 1979–1983 | WSchVO 1977 | 150–190 | 0,6–1,0 W/(m²K) | Erste gesetzliche Anforderungen, Mineralwolle-Dämmpakete |
| 1984–1994 | WSchVO 1982/84 | 130–170 | 0,5–0,8 W/(m²K) | Verbesserte Anforderungen, erste Wärmedämmverbundsysteme |
| 1995–2001 | WSchVO 1995 | 100–140 | 0,4–0,6 W/(m²K) | WSchVO 1995, Wärmeschutznachweis, Dreifachverglasung möglich |
| 2002–2008 | EnEV 2002 | 70–110 | 0,28–0,45 W/(m²K) | Einführung EnEV, Primärenergiebilanz, deutlich bessere Hülle |
| 2009–2015 | EnEV 2009 | 50–80 | 0,20–0,35 W/(m²K) | EnEV 2009/2014, 30 % Verschärfung, KfW-Effizienzhaus-Standard |
Die Einsparquote (η) einer Maßnahme gibt an, um welchen Prozentsatz der Heizwärmebedarf durch die Maßnahme reduziert wird. Sie hängt vom Ausgangszustand des Bauteils ab: Ein Gebäude aus den 1960er-Jahren profitiert deutlich stärker von einer Kellerdeckendämmung als ein Gebäude von 1995, das möglicherweise bereits gedämmt wurde. Die Quoten basieren auf Berechnungen nach DIN 18599 und Auswertungen des IWU Typgebäudekatasters.
| Baualtersklasse | Kellerdecke | Oberste Geschossdecke | Fassade WDVS | Dachdämmung | Fenstererneuerung |
|---|
Bei konstantem Energiepreis ergibt sich die einfache Amortisationszeit als:
Mit einer jährlichen Energiepreissteigerung wächst die Ersparnis im Jahr k auf E₀ × (1+r)^k. Die kumulierte Einsparung bis Jahr n beträgt dann (geometrische Reihe):
| K_netto | Nettoinvestition nach BAFA-Förderung (max. 60.000 €/WE) |
| E₀ | Energieeinsparung im ersten Jahr in €/a |
| r | Jährliche Energiepreis-Teuerungsrate (Regler im Tool) |
| n | Amortisationszeit in Jahren |
| ΔQ | Eingesparte Wärmemenge in kWh/a = HWB × η × Wohnfläche |
| η | Einsparquote der Maßnahme (baualtersklassenabhängig) |
| HWB | Spezifischer Heizwärmebedarf in kWh/(m²·a) (aus Baualtersklasse) |
Die Kostenkennwerte (€/m² bzw. €/Stück) basieren auf dem Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI), Stand Q4/2025. Sie enthalten Material, Montage und typische Nebenarbeiten, nicht jedoch Gerüstrüstkosten bei der Fassade (dort eingerechnet) oder Baunebenkosten (Planung, Energieberater — separat zu kalkulieren).
| Maßnahme | Spanne (€/m²) | Ansatz Ø | Flächen-Ansatz | Förderung BAFA BEG EM |
|---|---|---|---|---|
| Kellerdecke | 30–55 €/m² | 42 €/m² | ≈ 50 % der Wohnfläche | 15 % / 20 % mit iSFP |
| Oberste Geschossdecke | 30–70 €/m² | 48 €/m² | ≈ 50 % der Wohnfläche | 15 % / 20 % mit iSFP |
| Fassade WDVS | 130–220 €/m² | 170 €/m² | ≈ 120 % der Wohnfläche | 15 % / 20 % mit iSFP |
| Dachdämmung | 100–180 €/m² | 135 €/m² | ≈ 75 % der Wohnfläche | 15 % / 20 % mit iSFP |
| Fenster (3-fach) | 500–1.100 €/Stk. | 700 €/Stk. | Anzahl individuell | 15 % / 20 % mit iSFP |
| Energieträger | Preis | Umrechnung | Effizienz | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Erdgas | 11,1 ct/kWh (BDEW-Mittel) | 1 kWhGas = 1 kWhWärme / ηBrennwert ≈ 1,05 | Brennwertkessel η 95 % | BDEW, Verivox Mai 2026 |
| Heizöl EL | 126 €/100 l = 12,6 ct/kWh | 1 l Heizöl ≙ 10 kWhth | Brennwertkessel η 95 % | HeizOel24, 17.05.2026 |
| Strom (WP) | 31,5 ct/kWhel | eff. Wärmepreis = Strom / JAZ | JAZ 3,2 (Luft-Wasser, mittel) | Verivox Haushaltspreis |
Hinweis Wärmepumpe: Die JAZ (Jahresarbeitszahl) von 3,2 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 3,2 kWh Wärme erzeugt werden. Der effektive Wärmepreis berechnet sich zu 31,5 ct ÷ 3,2 = 9,84 ct/kWhth. Im Vergleich zu Gas (11,1 ct/kWh) ist Heizen mit der Wärmepumpe daher bereits günstiger — weshalb die Amortisation einer Dämmmaßnahme bei einer WP länger dauert (kleinere absolute Einsparung je kWh).