3E-Welt Sanierungsrechner — Einfamilienhaus 3E-Tools

Wirtschaftlichkeit energetischer Sanierungsmaßnahmen

Amortisationsrechner für Kellerdecke, Geschossdecke, Fassade, Dach und Fenster  ·  inkl. BAFA-Förderung und dynamischer Energiepreisteuerung  ·  Stand Mai 2026

Gebäude & Rahmendaten
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Ermittlung des Heizwärmebedarfs
Energiepreise & Teuerung
11,1
8,020,0
12,6
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31,5
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3,0 %
0 %8 %

Einsparquoten automatisch angepasst an Baualtersklasse.
Flächen und Preise direkt editierbar · BAFA BEG EM Förderung abgezogen · Teuerungsrate wirkt auf die dynamisch berechnete Amortisationszeit

Rechenweg & Methodik

Herleitung der Einsparquoten, Heizwärmebedarfs-Ansätze und Amortisationsformel

1. Heizwärmebedarf nach Baualtersklasse

Ausgangsbasis: spezifischer Heizwärmebedarf (HWB)

Der Heizwärmebedarf beschreibt, wie viel Energie ein Gebäude je m² Wohnfläche und Jahr zum Heizen benötigt. Er wird nach DIN 18599 bzw. GEG berechnet und hängt primär vom Baujahr und der vorhandenen Dämmqualität ab. Die Ansätze basieren auf dem IWU Typgebäudeatlas (Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt) sowie der dena-Sanierungsstudie und dem Sanierungskostenrechner des BMWK.

Baualtersklasse Baujahr HWB typisch (kWh/m²·a) U-Wert Außenwand Charakteristik
vor 1919Gründerzeit260–3201,4–2,0 W/(m²K)Massivmauerwerk, keine Dämmung, undichte Fenster
1919–1948Zwischenkrieg240–2901,2–1,8 W/(m²K)Ziegelbau, geringe Wandstärken, einfache Verglasung
1949–1957Wiederaufbau230–2801,2–1,7 W/(m²K)Einfachste Bauweise, Kriegsmaterialien, Holzfenster
1958–1968Wirtschaftswunder200–2501,0–1,5 W/(m²K)Erste Fertigteile, Flachdächer, Zweischeibenverglasung
1969–19781. Ölkrise180–2300,9–1,4 W/(m²K)Vor WSchVO 1977, typischer unsanierter Bestand
1979–1983WSchVO 1977150–1900,6–1,0 W/(m²K)Erste gesetzliche Anforderungen, Mineralwolle-Dämmpakete
1984–1994WSchVO 1982/84130–1700,5–0,8 W/(m²K)Verbesserte Anforderungen, erste Wärmedämmverbundsysteme
1995–2001WSchVO 1995100–1400,4–0,6 W/(m²K)WSchVO 1995, Wärmeschutznachweis, Dreifachverglasung möglich
2002–2008EnEV 200270–1100,28–0,45 W/(m²K)Einführung EnEV, Primärenergiebilanz, deutlich bessere Hülle
2009–2015EnEV 200950–800,20–0,35 W/(m²K)EnEV 2009/2014, 30 % Verschärfung, KfW-Effizienzhaus-Standard
Quellen: IWU Institut Wohnen und Umwelt — Typgebäudeatlas (2005, aktualisiert 2018) · dena-Sanierungsstudie „Sanierungsmarkt 2050" · BMWK Sanierungskostenrechner · GEG 2020 Referenzgebäude · BRZ Baupreisindex Q4/2025
2. Einsparquoten je Maßnahme und Baualtersklasse

Wie entstehen die Einsparquoten?

Die Einsparquote (η) einer Maßnahme gibt an, um welchen Prozentsatz der Heizwärmebedarf durch die Maßnahme reduziert wird. Sie hängt vom Ausgangszustand des Bauteils ab: Ein Gebäude aus den 1960er-Jahren profitiert deutlich stärker von einer Kellerdeckendämmung als ein Gebäude von 1995, das möglicherweise bereits gedämmt wurde. Die Quoten basieren auf Berechnungen nach DIN 18599 und Auswertungen des IWU Typgebäudekatasters.

Baualtersklasse Keller­decke Oberste Ge­schossdecke Fassade WDVS Dach­dämmung Fenster­erneuerung
Quellen: IWU Typgebäudeatlas · dena-Sanierungsstudie · BMWK Gebäudesanierungsatlas · co2online Heizkostenrechner (Erfahrungswerte aus Gebäudesimulationen nach DIN 18599)

Rechenbeispiel: Kellerdeckendämmung, Bj. 1969–1978, 150 m² Wohnfläche

HWB_gesamt = 150 m² × 205 kWh/(m²·a) = 30.750 kWh/a
η_Kellerdecke = 8 % (Einsparquote für diese Baualtersklasse)
ΔQ = 30.750 × 0,08 = 2.460 kWh/a (eingesparte Wärmeenergie)

Gaspreis: 11,1 ct/kWh
Einsparung Jahr 1 = 2.460 kWh × 0,111 €/kWh = 273 €/a
3. Amortisationsrechnung — statisch und dynamisch

Statische Amortisation (Teuerungsrate = 0 %)

Bei konstantem Energiepreis ergibt sich die einfache Amortisationszeit als:

n_stat = K_netto / E₀

K_netto = Nettoinvestition nach Förderung (€)
E₀ = Energiekostenersparnis im ersten Jahr (€/a)
= ΔQ [kWh/a] × p_Energie [€/kWh]

Dynamische Amortisation (Teuerungsrate r > 0)

Mit einer jährlichen Energiepreissteigerung wächst die Ersparnis im Jahr k auf E₀ × (1+r)^k. Die kumulierte Einsparung bis Jahr n beträgt dann (geometrische Reihe):

Σ(k=1..n) E₀·(1+r)^k = E₀ · [(1+r)^n − 1] / r

Amortisation tritt ein, wenn gilt:
K_netto = E₀ · [(1+r)^n − 1] / r

Auflösung nach n:
n_dyn = ln(1 + K_netto · r / E₀) / ln(1 + r)

r = jährliche Teuerungsrate (z.B. 0,03 für 3 %)
K_nettoNettoinvestition nach BAFA-Förderung (max. 60.000 €/WE)
E₀Energieeinsparung im ersten Jahr in €/a
rJährliche Energiepreis-Teuerungsrate (Regler im Tool)
nAmortisationszeit in Jahren
ΔQEingesparte Wärmemenge in kWh/a = HWB × η × Wohnfläche
ηEinsparquote der Maßnahme (baualtersklassenabhängig)
HWBSpezifischer Heizwärmebedarf in kWh/(m²·a) (aus Baualtersklasse)
4. Investitionskosten

Kostengrundlagen

Die Kostenkennwerte (€/m² bzw. €/Stück) basieren auf dem Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI), Stand Q4/2025. Sie enthalten Material, Montage und typische Nebenarbeiten, nicht jedoch Gerüstrüstkosten bei der Fassade (dort eingerechnet) oder Baunebenkosten (Planung, Energieberater — separat zu kalkulieren).

MaßnahmeSpanne (€/m²)Ansatz ØFlächen-AnsatzFörderung BAFA BEG EM
Kellerdecke30–55 €/m²42 €/m²≈ 50 % der Wohnfläche15 % / 20 % mit iSFP
Oberste Geschossdecke30–70 €/m²48 €/m²≈ 50 % der Wohnfläche15 % / 20 % mit iSFP
Fassade WDVS130–220 €/m²170 €/m²≈ 120 % der Wohnfläche15 % / 20 % mit iSFP
Dachdämmung100–180 €/m²135 €/m²≈ 75 % der Wohnfläche15 % / 20 % mit iSFP
Fenster (3-fach)500–1.100 €/Stk.700 €/Stk.Anzahl individuell15 % / 20 % mit iSFP
Quellen: BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern Q4/2025 · BAFA BEG EM Förderrichtlinie (Stand 2024) · max. förderfähige Kosten: 60.000 €/WE (mit iSFP-Bonus)
5. Energiepreise (Stand Mai 2026)

Verwendete Referenzpreise und Umrechnungen

EnergieträgerPreisUmrechnungEffizienzQuelle
Erdgas11,1 ct/kWh (BDEW-Mittel)1 kWhGas = 1 kWhWärme / ηBrennwert ≈ 1,05Brennwertkessel η 95 %BDEW, Verivox Mai 2026
Heizöl EL126 €/100 l = 12,6 ct/kWh1 l Heizöl ≙ 10 kWhthBrennwertkessel η 95 %HeizOel24, 17.05.2026
Strom (WP)31,5 ct/kWheleff. Wärmepreis = Strom / JAZJAZ 3,2 (Luft-Wasser, mittel)Verivox Haushaltspreis

Hinweis Wärmepumpe: Die JAZ (Jahresarbeitszahl) von 3,2 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 3,2 kWh Wärme erzeugt werden. Der effektive Wärmepreis berechnet sich zu 31,5 ct ÷ 3,2 = 9,84 ct/kWhth. Im Vergleich zu Gas (11,1 ct/kWh) ist Heizen mit der Wärmepumpe daher bereits günstiger — weshalb die Amortisation einer Dämmmaßnahme bei einer WP länger dauert (kleinere absolute Einsparung je kWh).